„Die zwölf Geschworenen“ von Reginald Rose: Aufführung 2015 der Mittelstufen-Theatergruppe

Plakat Theater Die zwölf Geschworenen

„Ein Mensch ist tot. Das Leben eines anderen liegt in Ihrer Hand. Versuchen Sie nach bestem Wissen und Gewissen Ihren Spruch zu fällen. […] Wie auch immer Sie sich entscheiden: Ihr Spruch muss einstimmig sein…!“

Zwölf wildfremde Menschen, jeder aus seiner eigenen Welt, mit seinen eigenen Problemen und seiner eigenen Vergangenheit. Und nun sollen sie über Leben und Tod entscheiden, gemeinsam.

Aber was passiert, wenn für einen Geschworenen ein Baseballmatch wichtiger ist als die Entscheidung über das Leben eines anderen? Was, wenn Hass und Vorurteile einen Menschen antreiben, ihn so tief sinken lassen, dass er gewillt ist, einem Mitbürger den tödlichen Stromstoß zu versetzen? Was geschieht, wenn jemand, der eigentlich einen begründeten Zweifel an der Schuld des Angeklagten hat, aus Gruppenzwang und Feigheit doch für schuldig stimmt? Oder was folgt auf der anderen Seite daraus, wenn einem Schuldigen fälschlicherweise die Freiheit zurückgegeben wird?

Mit all diesen Fragen befasst sich das diesjährige Stück der Mittelstufentheatergruppe: „Die zwölf Geschworenen“ von Reginald Rose, das für die deutsche Bühne von Horst Budjuhn dramatisiert worden ist.

Nachdem ein junger Puertoricaner wegen Mordes an seinem Vater angeklagt worden ist, sollen nun zwölf Geschworene über seine Schuld entscheiden. Trotz der scheinbar erdrückenden Beweislast wird ein Geschworener von seinem Gewissen dazu gezwungen, sich in der ersten Abstimmung gegen alle anderen zu stellen. Damit schützt er das Leben des Angeklagten. Es ist für ihn moralisch nicht zu vertreten, seine Hand zu heben und damit den Angeklagten auf den elektrischen Stuhl zu schicken, ohne vorher über den Fall zu reden und alle Aussagen abzuwägen. Als er seine Argumente vorbringt und die anfangs noch belastenden Zeugenaussagen entkräftet, muss er sich rasch der Kritik der anderen Jurymitglieder aussetzen. Allmählich lässt sich jedoch ein Umdenken im Geschworenenzimmer erkennen …

Lisa Geyer (10e) und Nico Neu (10c) für die Theatergruppe der Mittelstufe

Georg Büchners "Leonce und Lena": Aufführung 2014 der Oberstufen-Theatergruppe

Plakat Theater Leonce und Lena

Ab in den Süden! Nach Süden wollen wir alle. Dorthin, wo das Glück ist. Unterwegs Richtung Süden sind auch Florence, Constanze, Katharina und Johanna, die modernen Begleitfiguren von Leonce (Prinz von Popo) und Lena (Prinzessin von Pipi), ihren Vorgängern aus dem 19. Jahrhundert.

Leonce gähnt sein Leben an wie ein großer weißer Bogen Papier und darin weiß er sich in bester Gesellschaft: „Was die Leute nicht alles aus Langeweile treiben! Sie studieren aus Langeweile, sie beten aus Langeweile, sie verlieben, verheiraten und vermehren sich aus Langeweile, und – das ist der Humor davon – alles mit den wichtigsten Gesichtern.“

Lena will alle Uhren zerschlagen, alle Kalender verbieten, Stunden und Monde nur nach der Blumenuhr zählen und ihr Fürstentum mit Brennspiegeln umstellen, dass es keinen Winter mehr gibt und sie im Sommer bis nach Ischia und Capri hinaufdestillieren und sich das ganze Jahr mit Rosen und Veilchen, mit Orangen und Lorbeer umgeben kann.

Georg Büchners Stück von 1836 ist eine bissige Satire auf den absolutistischen Obrigkeitsstaat mit seinen starren Formen, seiner Rücksichtslosigkeit und seinen Luxusproblemen. Gleichzeitig bietet „Leonce und Lena“ eine melancholisch-ironische Auseinandersetzung mit romantischen Idealvorstellungen vom Leben und der Liebe.

Das Original spricht vieles an, was uns heute noch betrifft. Marlene Skalas Aktualisierung verbindet Büchners Text in leicht gekürzter Form mit den Kommentaren der Schauspieler, die dabei unterschiedliche Einstellungen zum Leben verkörpern.

Sonja Abrell-Kastner

Der Besuch der alten Dame: Aufführung 2013 der Theatergruppe der Mittelstufe

von Friedrich Dürrenmatt

Münchner Merkur über die Aufführung

Münchner Merkur, 24.06.13

Schillers sämtliche Werke … leicht gekürzt: Theateraufführung 2012 der Oberstufen-Theatergruppe

von Michael Ehnert

Plakat Theater Schiller

Fotos von den Theaterproben:

Foto1 Theater Schiller Foto2 Theater Schiller Sonja Abrell-Kastner

Drei Einakter von Anton Tschechov: Theateraufführung 2011 des Grundkurses Dramatisches Gestalten

Plakat Theater Tschechow

In seiner dramatischen Skizze „AUF DER GROSSEN STRASSE“ suchen Menschen unterschiedlicher Schichten in einer Schenke Schutz vor Nacht und Witterung. Es sind unglückliche Menschen, die hier ihre Zeit miteinander verbringen – sie pöbeln, trinken und reden. Perspektivlosigkeit, Einsamkeit und Desillusionierung sind ihre Themen. Dabei steht immer diese eine Frage im Raum: Was ist der Sinn des Lebens? Eine Frage, die sich auch die Jugendlichen gestellt haben, die Tschechows Stück inszenierten. „TSCHECHOW IST TOT. AUCH WIR HABEN ETWAS ZU SAGEN“ lautet der selbst gewählte Untertitel. Auch sie, die heutige Jugend, will gehört werden, wenn sie sich auf assoziative Weise mit den Themen Alkohol, Geld und Liebe beschäftigt.

In „DER BÄR“ treffen zwei streitsüchtige Charaktere aufeinander. Der ungehobelte Gutsbesitzer Smirnow treibt Schulden ein. Dabei trifft er auf die Witwe Popowa, die um ihren verstorbenen Mann trauert. Diese kann nicht sofort zahlen und will sich auch nicht mit trivialen Geldangelegenheiten beschäftigen. Es kommt zum Streit, der schließlich eskaliert: Der Gutsbesitzer fordert die Witwe zum Duell auf Leben und Tod. Doch noch bevor sie sich duellieren, verliebt sich Smirnov ...

Mit Tschechows burleskem Schwank „DER HEIRATSANTRAG“ erwartet Sie/euch eine Inszenierung, in der sich Geschichte und Gegenwart ineinander verhaken. Sowohl der schüchterne und hypochondrische Lomov als auch der homosexuelle Horst Hüpferich versuchen ihren „Liebsten“ einen Antrag zu machen. Dabei gesellt sich dezente Situationskomik zu satirischer Anspielung auf die Verlogenheit und Spießigkeit einer Gesellschaft, in der Heirat alles andere ist als ein Fall für die echte Liebe …

Sonja Abrell-Kastner

Bunbury - Theateraufführung 2010 des Grundkurses Dramatisches Gestalten

In Oscar Wildes "triviale(r) Komödie für ernsthafte Leute" geht es auf turbulente und witzige Weise um die "Kunst, ernst zu sein".

Um ungestört ihre amourösen Eskapaden ausleben zu können, haben sich die beiden Junggesellen Jack und Algernon als Alibi zwei Phantasiegeschöpfe ausgedacht: Jack den leichtlebigen Bruder Ernst in der Stadt und Algernon den kranken Freund Bunbury auf dem Lande. Als Jack Algernons Cousine Gwendolen heiraten will und Algernon sich wiederum in Jacks Mündel Cecily verliebt, kommt es jedoch zu immer mehr Verwechslungen und Verwicklungen, denn beide Frauen legen außerordentlichen Wert auf den Vertrauen erweckenden Namen Ernst und machen davon sogar die Wahl ihrer Ehegatten abhängig.

"Bunbury oder Erst sein ist alles" ist eine gesellschaftskritische Persiflage, in der Wilde mit intelligentem Humor eine oberflächliche und heuchlerische Gesellschaft voller Standesdünkel entlarvt.

Sonja Abrell-Kastner

Berichte und Bilder von früheren Theateraufführungen:

"Die Geburtstagsparty" (2009)

"Ein idealer Gatte" (2006)